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Vor 25 Jahren: Das schwerste Attentat der 2. Republik
1995 wurden im burgenländischen Oberwart 4 Roma ermordet

Es ist bis heute das schwerste politisch motivierte Attentat der Zweiten Republik – der Anschlag auf Roma und Romnija im burgenländischen Oberwart. Heuer jährt sich dieser Mord zum 25. Mal. 

In der Nacht von 4. auf 5. Februar 1995 wurden vier junge Männer von einer Rohrbombe getötet. Der Sprengsatz war mit einer Tafel mit der rassistischen Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ verbunden. Er war so konstruiert, dass jene Personen, die versuchten, die Tafel mit der Hassbotschaft zu entfernen, den Zünder der Bombe auslösten. Die vier Männer Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon starben noch vor Ort.  

Die ORF-Nachrichtensendung “Zeit im Bild“ zeigte noch am Abend nach dem Attentat einen Beitrag über die Geschichte der Roma und Romnija von Oberwart. Der Großvater zweier Mordopfer wies darin selbst darauf hin, dass ihn die Gewalt an die traumatischen Erfahrungen der NS-Verfolgung erinnerte. Aufnahmen aus einem Beitrag von Walter Reiss/ORF Burgenland, 5.2.1995 Österreichischer Rundfunk ORF

In diesem ORF-Beitrag am Tag nach dem Attentat kamen erstmals Roma selbst in den österreichischen Massenmedien zu Wort und beschrieben, was sich in Oberwart zugetragen hatte. Ein Überlebender des NS-Terrors erzählt hier in den Fernsehnachrichten „Burgenland heute“, dass einst 350 Roma und Romnija in Oberwart wohnten, aber nur etwa zwei Dutzend von ihnen die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager überlebten. Seine gesamte Familie wurde ermordet – er selbst kehrte nach sechs Jahren aus dem Konzentrationslager Mauthausen nach Oberwart zurück. Fünfzig Jahre später spricht er öffentlich über die NS-Verfolgung – angesichts dieses Attentats, bei dem nun zwei seiner Enkelsöhne und der Sohn eines befreundeten KZ-Überlebenden ermordet wurden. 

Wenige Tage später kam im Ö1-Mittagsjournal auch der Künstler und Rom Karl Stojka zu Wort. Er zeigte sich ob des Anschlags alarmiert und betonte, dass Roma seit Jahrhunderten österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger seien. In den vergangenen fünfzig Jahren hätte es kaum Probleme im Zusammenleben gegeben. Den Anschlag auf die Roma und Romnija in Oberwart schrieb er Neonazis zu und bezeichnete ihn als „feigen Mord an unschuldigen Menschen“. Scharf kritisierte er, dass die behördlichen Untersuchungen zu langsam von statten gingen und dass zunächst davon ausgegangen wurde, Roma  selbst hätten den Anschlag verübt.

Stojka bezog sich damit auf jene Stimmen, die nach dem Attentat von Oberwart Roma und Romnija anfeindeten oder gar beschuldigten. Der rechtspopulistische Politiker Jörg Haider befeuerte solche Vermutungen zusätzlich. 

Erst zweieinhalb Jahre später wurde festgestellt, wer sich hinter dem Anschlag von Oberwart verbarg: der österreichische Rechtsextremist Franz Fuchs, der schon ab 1993 mehrere Anschläge (besonders mittels Briefbomben) verübt hatte. 

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