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LehrerInnen im Nationalsozialismus

Ein großer Teil der österreichischen LehrerInnen zählte schon vor 1938 zu den AnhängerInnen des Nationalsozialismus und befürwortete den „Anschluss“. Gerade im ländlichen Raum waren LehrerInnen somit als intellektuelle Respektspersonen wichtig für die Verbreitung der NS-Ideologie. Nach der Machtübernahme in Österreich hatten LehrerInnen nicht nur den Unterricht NS-konform zu gestalten. Sie sollten ihre SchülerInnen und deren Eltern auch indirekt kontrollieren, ob beispielsweise die Jugendlichen an den vorgeschriebenen Diensten in der Hitler-Jugend teilnahmen oder die Eltern dem NS-Regime gegenüber positiv gesinnt waren. 

 

Viele LehrerInnen übernahmen zusätzlich Funktionen innerhalb der NSDAP oder in den Verbänden und Gliederungen der Partei. Auch sollten alle LehrerInnen durch eine Mitgliedschaft im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) beweisen, dass sie dem Regime treu gesinnt waren. Künftige LehrerInnen wurden ab 1939 ideologisch kontrolliert und ihre Auswahl und Ausbildung nach ideologischen und rassistischen Vorgaben umgestaltet.

 

Im Zuge der ersten Entnazifizierungswelle nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verloren viele LehrerInnen vorübergehend ihren Job, da sie – unabhängig von ihrer Einstellung zum Nationalsozialismus – mindestens eine (Zwangs-)Mitgliedschaft in einer NS-Organisation aufwiesen. Aufgrund des Personalmangels, der daraus entstanden war, fanden gut vernetzte („ehemalige“) NationalsozialistInnen (überwiegend Männer) recht schnell wieder Möglichkeiten, zu unterrichten. Nach der Minderbelastetenamnestie 1948 konnten schließlich die meisten LehrerInnen wieder ihren Beruf ausüben.

Jahr
1938
AutorInnen