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Fürst's Singspielhalle im Wiener Prater, Leopold Müller, um 1862. Generalintendanz der k.k. Hoftheater, Wien. ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.
Populäre Unterhaltung in der Ersten Republik: Singspielhalle, Kabarett und Varieté

Die Tradition der Wiener Volkssänger kann mit dem aus dem (Kinder)Lied bekannten Lieben Augustin bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Aus der populären Unterhaltung, die VolkssängerInnen in den Gasthäusern des 19. Jahrhunderts boten, entwickelte sich bis in die Zwischenkriegszeit eine rege Varieté-, Singspielhallen- und Kabarettszene. Oft mit Bezeichnungen wie „leichter Muse“ oder „Kleinkunst“ abgewertet, boten Kabarett, Singspielhallen und Varieté einzelnen Auftretenden wie auch Gruppen eine Bühne, auf der Tagespolitik, soziale Normen und Vorurteile ausgehandelt werden konnten. Die Genres entwickelten sich wechselseitig und griffen ineinander über. Ein Beispiel für diese ineinandergreifende Entwicklung ist das „jüdisch-politischen Cabaret“ Der liebe Augustin, ein Kabarett der Zwischenkriegszeit, das u.A. Stella Kadmon prägte. Die Literatur am Naschmarkt, das ABC (die „Bretteln am Alsergrund“), das Varieté Réklame oder das Max und Moritz waren nur wenige Spielstätten dieser blühenden Szene, die von den NationalsozialistInnen beinahe vollständig vernichtet und deren ProtagonistInnen vertrieben und ermordet wurden.

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