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Vorarlbergs Industrie und die NSDAP

Der Großteil der traditionell liberal und großdeutsch eingestellten Vorarlberger Textilindustriellen unterstützte ab Beginn der 1930er Jahre die NSDAP finanziell und organisatorisch massiv. Speziell Dornbirn, ein Zentrum der Vorarlberger Textilindustrie, mit großen Firmen wie F. M. Hämmerle oder Franz M. Rhomberg galt als „braunes Nest“. In diesen Unternehmen waren sogar in der Zeit des Austrofaschismus Mitglieder der Vaterländischen Front und der Heimwehr wegen ihrer politischen Überzeugung von Entlassungen bedroht.

Die Behörden fühlten sich weitgehend machtlos. Der Vorarlberger Sicherheitsdirektor berichtete im Mai 1934 an das Bundeskanzleramt, die Unternehmer hätten „eine Atmosphäre“ geschaffen, „in der die Bevölkerung nicht einmal mehr zu atmen“ wage, seien „doch Arbeiter, Gastwirte und Geschäftsleute aller Art“ von ihnen „abhängig“.

Nach dem „Anschluß“ wurden die Textilunternehmer für die Unterstützung belohnt: Sie machten Karriere in Partei und Verwaltung, profitierten von „Arisierungen“ wie jener des Großkaufhauses Herzmansky in Wien und erhielten viele Rüstungsaufträge. Der Vorarlberger Industrielle Hermann Rhomberg war etwa als „Luftwaffenbeauftragter“ des Reichsluftfahrtministeriums für die Vergabe zuständig. Seine und die meisten anderen Textilunternehmen stellten in der Folge auf Rüstungsproduktion um.

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